Hier lesen Sie Berichte zur Geschichte und Gegenwart der Vogtei vorm Hainichwald gen Osten
82‑jähriger Bürgermeister a. D. läuft 220 Kilometer zum Vogteier Mittelpunktfest
Fragen an Tacitus über unser Opfermoor und den Schössmeier
Tacitus schreibt im Kapitel 40 seiner Germania über verschiedene Stämme in der Nachbarschaft der Langobarden. Die Hervorhebungen stammen vom Autor dieses Artikels.
Tacitus schreibt im 40. Kapitel seiner Germania:
"Sonst bemerkenswerthes findet sich bei diesen Stämmen nichts als ihre gemeinschaftliche Verehrung der Göttin Nerthus, das heißt der Mutter Erde, welche persönlich hier unten erscheinen und von Volk zu Volke fahren soll.
Auf einem Eiland des Ozeans ist ein heiliger Hain und in ihm steht mit einem Tuche bedeckt ein geweihter Wagen. Nur der Priester darf ihn berühren; er auch erkennt, wenn die Göttin in ihrem Heiligtume weilt und geleitet andachtsvoll ihren von weiblichen Rindern gezogenen Wagen.
Da ist dann fröhliche Zeit und Festlichkeit allerwärts wo die Göttin einzuziehen und zu verweilen geruht.
Niemand zieht in den Krieg, niemand greift zum Schwert, alle Waffen sind geborgen; die einzige Zeit wo man Frieden und Ruhe kennt, die einzige wo man sie lieben lernt, bis die Göttin, des Verkehrs unter Sterblichen satt, von demselben Priester in ihr Heiligtum zurückgebracht wird.
Dort werden Wagen und Gewand und – wer es glauben mag – die Göttin selbst in einem geheimen See gebadet. Die Gehilfen dabei sind Sklaven, welche alsbald jener See verschlingt. Darum schwebt geheimes Grauen und heiliges Dunkel um ein Wesen das der Mensch nur schauen darf um zu sterben."
Nerthus ist eine germanische Göttin der Erde, Fruchtbarkeit und des Wachstums, die besonders von nordseegermanischen Stämmen verehrt wurde.
Tacitus beschreibt hier ein Ritual der Langobarden und ihrer benachbarten Stämme. Könnten die Germanen unserer Gegend, ein ähnliches Ritual am Opfermoor abgehalten haben? Könnte daher der Brauch des Schössmeiers stammen, verändert durch viele Jahrhunderte?
Donnerwetter.
Text und Foto: Michael ZengOberförster Brehme und Baehr geehrt
Steinmetz Christian Stiefel (links) erklärt dem Vorsitzenden der Laubgenossen die Sanierung der Grablege Eduard Brehmes. |
Steinmetz Christian Stiefel erklärt die Sanierung der Grabanlage, von links Erhard Stiefel, Wolfgang Kleinschmidt, Klaus Willner, Rüdiger Schönfeld und Christian Stiefel. |
Der 93-jährige ehemalige Vogteier Förster Klaus Willner ließ es sich nicht nehmen, die restaurierte Grabstätte zu besuchen. Von 1951 bis 1953 war er Lehrling im Mühlhäuser Stadtwald. Immer wieder stieß Willner dabei auf Brehmes Lebenswerk. Auch Pfarrerin Sylke Klingner und Jens Hochheim vom Gemeindekirchenrat begrüßen die behutsame Sanierung.
In der Familiengrabstätte in der Formsprache des Späthistorismus an der Ostmauer des Niederdorlaer Friedhofs fanden mehrere Mitglieder der Familien Brehme und Baehr ihre letzte Ruhe. Eine schwarze Kette aus Gusseisen rahmt die Grablege ein. Die Umfassung und die Sockel der einzelnen Grabsteine und Platten besteht aus Niederdorlaer Muschelkalk aus dem Langulaer Tal. Dort sind heute noch viele Spuren einer langen Steinbruchgeschichte zu finden. Seit den frühen fünfziger Jahren wird der Bruch nicht mehr genutzt.
Die schwarze Grabkreuz der Grabanlage besteht aus Granit. Hinten in der Mitte überragt das Grabdenkmal für Eduard Brehme die anderen Grabmale. Der übermannshohe Stein wurde aus speziellen Beton gefertigt. Eine schwarze Glasplatte trägt die Grabinschrift. Eingerahmt wird der große Grabstein von Brehme von Pseudo-Stützen. Die Stützen sind verziert mit Spiralen und stilisierten Mohnpflanzen. Der Mohn stand symbolisch für den ewigen Schlaf.
Die Grabanlage zeigt die Mode ihrer Zeit. Es gab Musterbücher für Grabanlagen und Zubehör. Bereits 1996 hatte der Mühlhäuser Museumsdirektor Gerhard Seib über den historischen Friedhof von Niederdorla berichtet und gefordert die Anlagen unter Denkmalschutz zu stellen.
Ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelten preußische Förster alte Feudalwälder um in moderne Forste im heutigen Sinne. Somit sollte der enorme Holzbedarf der Industrialisierung gesichert werden. Dabei wurden Wälder nicht mehr einfach abgeholzt, sondern auch planmäßig wieder aufgeforstet. Die damalige Forstwirtschaft erfand das Prinzip der Nachhaltigkeit, was später auch auf andere begrenzte Ressourcen angewandt wurde.
Für seine Verdienste um die Forstwirtschaft erhielt Brehme den Kronenorden und den Rote-Adler-Orden. Das waren sehr hohe Auszeichnungen im Deutschen Kaiserreich. Davon erzählt 1903 der Nachruf für Brehme im Mühlhäuser Anzeiger.
Michael Zeng, Text und Fotos, Text unter Mitwirkung von Erhard Stiefel
Erinnerung an die letzten Kriegstoten in den Dörfern der Vogtei
| Grafik Michael Zeng |
Karfreitag in der Alten Zeit (Mitte 19. Jahrhundert)
Achtung: Zulassungsbescheinigungen aktualisieren
Zwei Chöre und eine Band bieten dreimal Vielfalt
| Zum 22. Liederabend sind die Chöre aus Niederdorla und Kammerforst gemeinsam auf der Bühne in Niederdorla. |
Zum 22. Liederabend des Gesangvereins Niederdorla kamen wieder ein Gastchor und eine Band in den Saal des Dorfkrugs, der Schenke des Vogteidorfes. Eingeladen waren der Volkschor Kammerforst und das Duo “10Saitig”.
Zeitliche Dimensionen
Zur Geburt klirrten die Waffen
Die Ursprünge der heutigen Vogtei liegen in einer Fehde, einer bewaffneten Auseinandersetzung im 14. Jahrhundert.
Die Grafiken zeigen Ritter und Bewaffnete in Mitteleuropa um 1333. Die Grafiken erstellte ChatGPT aufgrund historischer Fakten und Funde. Bei der Erstürmung des Normannsteins werden einige Ritter und viele Bewaffnete beteiligt gewesen sein. So sahen die aus.
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| Ritter trugen um 1333 bereits hoch funktionale Helme mit Visier sowie Arm- und Beinpanzer. Allerdings spielte das Kettenhemd noch eine wichtige Rolle, um Nacken, Hals und Rumpf zu schützen. Der Rumpf wurde mit einem relativ großen Schild geschützt. Das wurde später immer kleiner und verschwand im späten Mittelalter, weil dann die Ritter vollständig beweglich gepanzert waren. Grafik: ChatGPT nach historischen Fakten. |
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| Bewaffnete trugen Speer, Schild und einen Helm ohne Visier. Wer es sich leisten konnte oder wem die Herrschaft das bezahlte, trug ein Kettenhemd. Ansonsten war der Körper geschützt durch dicke textile Polster. Mit einem Speer konnte man sich sogar gut gegen einen Kämpfer mit Schwert verteidigen, weil der Speer länger war als ein Schwert. Schwerter waren Statussymbole. Grafik: ChatGPT nach historischen Fakten. |
Wer kämpfte da gegen wen?
Im Jahr 1333 und nochmal 1336 wurde die Burg Normannstein in Treffurt gestürmt. Dort saßen die Herren von Treffurt. Die hatten als Raubritter ihre Nachbarn mehrfach überfallen. 1333 und 1336 schlossen sich die Landgrafschaften von Hessen, Thüringen und das Erzbistum Mainz zusammen und belagerten den Normannstein. Die Burg wurde erobert, die Herren von Treffurt entmachtet, vertrieben oder getötet.
Die Sieger verwalteten fortan gemeinsam das Erbe der Treffurter. Dazu gehörten auch Rechte der Treffurter in der Vogtei, die bis dahin allein zu Mainz gehört hatte. Graf Wigger hatte die drei Dörfer dem Mainzer Stift geschenkt. Die Gesamtheit von Langula, Niederdorla und Oberdorla hieß damals noch Mark Dorla. Eine Mark war ein Grenzgebiet in Richtung Slawen.
Durch das gemeinsame Verwalten des Erbes der Herren von Treffurt entstand die Dreiherrschaft über die Dörfer Langula, Niederdorla und Oberdorla durch Mainz, Sachsen und Hessen. Diese Herrschaft wurde Ganerbschaft Treffurt genannt. Die dauerte bis 1802/3. Da kam die Vogtei komplett zu Preußen und blieb bis 1945 preußisch.
Vogteier Geschmink, Rezept
Der 4. Vogteier Herbstmarkt oder wie man Gutes tut
Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß
Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do frait sich Jung un Aalt.
Do waren schunt dn Tuag verrhar
de Buden uf gestaalt.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do äß bi uns was lu-es,
do gätts Musik dn ganzen Tuag,
gätt Lärm un Schtimmung blu-eß.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do luadn me Giaste iin,
do wärd gebrebbelt un geschmort
vun Re-ind un Schoof un Schwiin.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
äß keins än grobes Tier,
do wärd gebillepert un gebiitscht,
Brantewien, Likör un Beer.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
äß ufn Anger Taanz,
dn zweiten Tuag äß Haamelfuahrt,
de-i machts Vergnegn gaanz.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß,
gäts mannchen ru-eten Kopf,
de Kärmsepräddjt, de-i sorjt drveer,
dann erwischt wärd mancher Tropf.
Text: Hermann Herwig, Melodie: Volksweise
abgeschrieben aus dem „Vogteier Liederbuch“.
Der 14. September 325 oder was die Vogteier Geschichte mit der Weltgeschichte verbindet
Der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung am 14. September hat in der Vogtei eine besondere Bedeutung.
Die älteste und größte Steinkirche der Vogtei wurde am 14. September 1274 geweiht. Der 14. September wurde gewählt, weil dieser Tag der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung ist.
Die heutige Oberdorlaer Kirche war vor 751 Jahren die einzige Kirche für die drei Dörfer Langula, Niederdorla und Oberdorla. Das Gotteshaus gehörte zum Oberdorlaer Stift. Ein Stift ist eine Art Kloster, aus der die Insassen wieder austreten können. Das Stift in Oberdorla war ein Stift für Männer. Die wurden Chorherren genannt. So konnten viele junge Vogteier in das Stift eintreten und nach einer Ausbildung wieder austreten.
Der Feiertag Kreuzerhöhung war ein stiller Feiertag mit vielen Ritualen. Deshalb konnte nicht am gleichen Tag Kirmes gefeiert werden. Der Kirmes-Sonntag ist ja der Jahrestag der Weihe der Kirche. Deshalb erhielten die Chorherren die bischöfliche Erlaubnis, am Sonntag nach Kreuzerhöhung Kirmes feiern zu dürfen.
Was bedeutet der Feiertag Kreuzerhöhung?
Der römische Kaiser Konstantin I. der Große war Kaiser von 306 bis 337 nach Christus. Unter ihm wurde das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Kaiser Konstantin ließ in Jerusalem über dem Grab Christi die Grabeskirche errichten. Die Mutter des Kaisers Konstantin hieß Helena.
Die Kaisermutter Helena sandte 325 eine Expedition nach Jerusalem, die das wahre Kreuz Christi suchte und fand. Das war möglich, weil die Kreuzigungen zur Zeit Jesu in einem schon damals ehemaligen Steinbruch erfolgten. Diese Stelle war auch zur Zeit von Kaisermutter Helena nicht bebaut. So wurde dort ein Kreuz ausgegraben, das durch verschiedene Zeichen und Wunder als das wahre Kreuz Christi erkannt wurde.
Das Kreuz wurde am 14. September 325 gefunden. Nach seinem Auffinden wurde jedes Jahr am 14. September das Kreuz in Jerusalem aufgestellt. Es wurde erhöht. Daher der Name Kreuzerhöhung. Das war quasi eine Massenveranstaltung, weil viele Pilger und Gläubige kamen, um das Kreuz zu sehen und den Augenblick der Erhöhung zu erleben.
Im Jahr 614 eroberten die Perser Jerusalem und nahmen das Kreuz mit in ihre Hauptstadt. Die Stadt Seleukeia-Ktesiphon befand sich in der Nähe des heutigen Bagdad.
Erst 630 kam das Kreuz wieder zurück nach Jerusalem. Der persische König war gestürzt worden und dessen christliche Tochter gab das Kreuz den Christen in Jerusalem zurück.
638 wurde Jerusalem von Muslimen erobert und das Kreuz verschwand von der Bildfläche.
1099 eroberten Kreuzfahrer Jerusalem und fanden das Kreuz in einer Kiste im Keller der Grabeskirche. Die Kreuzfahrer führten das Kreuz bei ihren Kriegszügen und Schlachten bei sich.
1187 verloren die Kreuzfahrer die Schlacht bei Hattin gegen die Muslime. Durch die verlorene Schlacht ging das christliche Königreich Jerusalem unter und die Kreuzfahrer mussten sich nach und nach aus dem Heiligen Land zurückziehen. Das Kreuz kam wieder in muslimische Hand.
In den Jahren bis 1204 gelangte das Kreuz in das christliche Konstantinopel. Das war die Stadt, die der oben erwähnte Kaiser Konstantin bauen ließ und die zur Hauptstadt des oströmischen Reiches wurde. Die Stadt trug den Namen ihres Erbauers. Das oströmische Kaiserreich wurde Byzanz genannt. Die Byzantiner kamen auf die Idee, das Kreuz Christi zu zerteilen in größere und winzige Teile.
1204 eroberten christliche Kreuzfahrer aus Westeuropa das christliche Kaiserreich Byzanz. Ein geplanter Kreuzzug ins Heilige Land ging schief und die Kreuzfahrer wurden nach Byzanz umgeleitet. In Konstantinopel fanden die Kreuzfahrer die Splitter des Heiligen Kreuzes. Diese nahmen die Kreuzfahrer mit nach Westeuropa, wo diese dann verteilt wurden. Größere Teile des Kreuzes blieben direkt in kirchlicher Hand, in Kirchen und Klöstern. So im Hildesheimer Dom und im Kloster Scheyen nahe München.
Der Feiertag Kreuzerhöhung verbindet Weltgeschichte mit Vogteier Geschichte. Die Vogtei ist das wert. Darauf können wir stolz sein.
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Der Schössmeier: uralt, doch immer wieder neu
Was ist ein Schössmeier?
Zu welchem Zweck?
Doch woher kommt der Name Schössmeier?
Stellenausschreibung, Bauamtsleiter*in (m/w/d), Gemeinde Vogtei, Unstrut-Hainich Kreis
Die Gemeinde Vogtei, mit ca. 4.200 Einwohnern, sowie die von ihr erfüllten Gemeinden Kammerforst und Oppershausen, mit zusammen ca. 1.000 Einwohnern, suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt
einen
Bauamtsleiter*in (m/w/d)
(Vollzeit, unbefristet).
In dieser verantwortungsvollen Position übernehmen Sie die Leitung des Bauamtes und tragen
maßgeblich zur baulichen und infrastrukturellen Weiterentwicklung unserer Gemeinden bei.
Ihre Aufgaben:
- Leitung des gemeindlichen Bauamts mit den Bereichen Hoch-, Tief- und Straßenbau
- Betreuung von Neubau-, Unterhaltungs- und Erschließungsmaßnahmen
- Bauleitplanung, Zusammenarbeit mit Planungsbüros, Behörden, Bürgerinnen und Bürgern
- Betreuung des kommunalen Gebäudemanagements
- Mitwirkung bei Förderanträgen und Vergabeverfahren
- Beratung von Gemeinderat und Ausschüssen in bau- und planungsrechtlichen Fragen
- Planung, Ausschreibung und Begleitung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen


