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Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß

Wann´s Kärmse äß, Text des Liedes von Hermann Herwig
Erstellt von Vogteizeitung


Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß

do frait sich Jung un Aalt.

Do waren schunt dn Tuag verrhar

de Buden uf gestaalt.

Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß

do äß bi uns was lu-es,

do gätts Musik dn ganzen Tuag,

gätt Lärm un Schtimmung blu-eß.


Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß

do luadn me Giaste iin,

do wärd gebrebbelt un geschmort

vun Re-ind un Schoof un Schwiin.

Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß

äß keins än grobes Tier,

do wärd gebillepert un gebiitscht,

Brantewien, Likör un Beer.

Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß

äß ufn Anger Taanz,

dn zweiten Tuag äß Haamelfuahrt,

de-i machts Vergnegn gaanz.

Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß,

gäts mannchen ru-eten Kopf,

de Kärmsepräddjt, de-i sorjt drveer,

dann erwischt wärd mancher Tropf.


Text: Hermann Herwig, Melodie: Volksweise

abgeschrieben aus dem „Vogteier Liederbuch“.

Der 14. September 325 oder was die Vogteier Geschichte mit der Weltgeschichte verbindet

Der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung am 14. September hat in der Vogtei eine besondere Bedeutung. 

Die älteste und größte Steinkirche der Vogtei wurde am 14. September 1274 geweiht. Der 14. September wurde gewählt, weil dieser Tag der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung ist.


Die heutige Oberdorlaer Kirche war vor 751 Jahren die einzige Kirche für die drei Dörfer Langula, Niederdorla und Oberdorla. Das Gotteshaus gehörte zum Oberdorlaer Stift. Ein Stift ist eine Art Kloster, aus der die Insassen wieder austreten können. Das Stift in Oberdorla war ein Stift für Männer. Die wurden Chorherren genannt. So konnten viele junge Vogteier in das Stift eintreten und nach einer Ausbildung wieder austreten. 


Der Feiertag Kreuzerhöhung war ein stiller Feiertag mit vielen Ritualen. Deshalb konnte nicht am gleichen Tag Kirmes gefeiert werden. Der Kirmes-Sonntag ist ja der Jahrestag der Weihe der Kirche. Deshalb erhielten die Chorherren die bischöfliche Erlaubnis, am Sonntag nach Kreuzerhöhung Kirmes feiern zu dürfen.


Was bedeutet der Feiertag Kreuzerhöhung?


Der römische Kaiser Konstantin I. der Große war Kaiser von 306 bis 337 nach Christus. Unter ihm wurde das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Kaiser Konstantin ließ in Jerusalem über dem Grab Christi die Grabeskirche errichten. Die Mutter des Kaisers Konstantin hieß Helena.


Die Kaisermutter Helena sandte 325 eine Expedition nach Jerusalem, die das wahre Kreuz Christi suchte und fand. Das war möglich, weil die Kreuzigungen zur Zeit Jesu in einem schon damals ehemaligen Steinbruch erfolgten. Diese Stelle war auch zur Zeit von Kaisermutter Helena nicht bebaut. So wurde dort ein Kreuz ausgegraben, das durch verschiedene Zeichen und Wunder als das wahre Kreuz Christi erkannt wurde. 


Das Kreuz wurde am 14. September 325 gefunden. Nach seinem Auffinden wurde jedes Jahr am 14. September das Kreuz in Jerusalem aufgestellt. Es wurde erhöht. Daher der Name Kreuzerhöhung. Das war quasi eine Massenveranstaltung, weil viele Pilger und Gläubige kamen, um das Kreuz zu sehen und den Augenblick der Erhöhung zu erleben. 


Im Jahr 614 eroberten die Perser Jerusalem und nahmen das Kreuz mit in ihre Hauptstadt. Die Stadt Seleukeia-Ktesiphon befand sich in der Nähe des heutigen Bagdad.


Erst 630 kam das Kreuz wieder zurück nach Jerusalem. Der persische König war gestürzt worden und dessen christliche Tochter gab das Kreuz den Christen in Jerusalem zurück.


638 wurde Jerusalem von Muslimen erobert und das Kreuz verschwand von der Bildfläche. 


1099 eroberten Kreuzfahrer Jerusalem und fanden das Kreuz in einer Kiste im Keller der Grabeskirche. Die Kreuzfahrer führten das Kreuz bei ihren Kriegszügen und Schlachten bei sich. 


1187 verloren die Kreuzfahrer die Schlacht bei Hattin gegen die Muslime. Durch die verlorene Schlacht ging das christliche Königreich Jerusalem unter und die Kreuzfahrer mussten sich nach und nach aus dem Heiligen Land zurückziehen. Das Kreuz kam wieder in muslimische Hand. 


In den Jahren bis 1204 gelangte das Kreuz in das christliche Konstantinopel. Das war die Stadt, die der oben erwähnte Kaiser Konstantin bauen ließ und die zur Hauptstadt des oströmischen Reiches wurde. Die Stadt trug den Namen ihres Erbauers. Das oströmische Kaiserreich wurde Byzanz genannt. Die Byzantiner kamen auf die Idee, das Kreuz Christi zu zerteilen in größere und winzige Teile.


1204 eroberten christliche Kreuzfahrer aus Westeuropa das christliche Kaiserreich Byzanz. Ein geplanter Kreuzzug ins Heilige Land ging schief und die Kreuzfahrer wurden nach Byzanz umgeleitet. In Konstantinopel fanden die Kreuzfahrer die Splitter des Heiligen Kreuzes. Diese nahmen die Kreuzfahrer mit nach Westeuropa, wo diese dann verteilt wurden. Größere Teile des Kreuzes blieben direkt in kirchlicher Hand, in Kirchen und Klöstern. So im Hildesheimer Dom und im Kloster Scheyen nahe München. 


Der Feiertag Kreuzerhöhung verbindet Weltgeschichte mit Vogteier Geschichte. Die Vogtei ist das wert. Darauf können wir stolz sein.


750 Jahre Ersterwähnung der Vogteier Kirmes - Die Rechnungsgesellschaften der Vogtei sagen DANKE

Akteure zum Heimatabend am 13.September. Foto: Rolf Bachmann, Niederdorla.
Akteure zum Heimatabend am 13.September. Foto: Rolf Bachmann, Niederdorla.

(Mindestens) 750 Jahre Kirmes in unserer geliebten Vogtei - das wurde am Freitag, den 13. September 2024 auf dem Gelände vom Möbelhaus Jaeger in Oberdorla gefeiert. Das Datum versprach zunächst wenig Gutes. Doch auch die etwas Abergläubischen unter uns konnten letztendlich beruhigt werden. Wir möchten nun noch einmal gemeinsam auf diesen wunderschönen und erinnerungswürdigen Abend zurückblicken und Dankeschön sagen! 

Was ist Heimat?

Die Rechnungsgesellschaft kehrt heim von der Hammelfahrt. Die Musiker, die mit dabei waren, bringen ein Ständchen. Foto: MiZe
Die Rechnungsgesellschaft kehrt heim von der Hammelfahrt. Die Musiker, die mit dabei waren, bringen ein Ständchen. Foto: MiZe


HEIMAT: Mit "dem ganzen Dorf" auf dem Platz hinter der Schenke warten, bis die Rechnungsgesellschaft Niederdorla e.V. von der Hammelfahrt zurück kommt. Die Musiker, die mitgefahren sind, geben ein Ständchen.

Seit Menschengedenken feiert die Jugend Pfingsten und Kirmes auf gemeinsame Rechnung. Die Rechnungsgesellschaften von Langula, Niederdorla und Oberdorla besuchen auf Kutschen alle Kneipen der Vogtei und bringen Ständchen vor den Häusern ihnen wichtiger Menschen. Auch in Gedenken.

Durlo

Das Wort im Bild heißt DURLOUM und steht in der Urkunde von 1274 über die Ersterwähnung der Vogteier Kirmes. 

Durlo[um] - so wurde Dorla geschrieben vor 750 Jahren. Das "um" ist eine grammatikalische Endung. Die Endung "-um" wurde hier abgekürzt, der Strich über dem Ende des Wortes ist das Zeichen für die Kürzung.

Langula und Niederdorla gab es natürlich auch schon.

Es gab für alle drei Dörfer nur eine Kirche, deren Weihe-Jubiläum gefeiert wurde. Das jährliche Jubiläum der Kirchweihe heißt Kirmes. Es war die Kirche des Stiftes in Oberdorla.

Ein Stift ist eine Art Kloster. Statt Mönche lebten Chorherren in der Anlage. Sie sahen aus wie Mönche. Chorherren konnten das Stift verlassen, Mönche ihr Kloster nicht.

In der "Kirmes-Urkunde" von 1274 ist Dorla erwähnt, weil das Stift dort stand. Damals hieß es DurlO. Man erkennt deutlich das U und das O.

Der Name des Dorfes wurde in Latein geschrieben, also latinisiert. Latein war die Sprache der kirchlichen Verwaltung. Schreiben war damals anstrengend, auch weil die Hand nicht aufgestützt wurde. Das war extrem körperlich anstrengend. Deshalb wurden viele Wörter abgekürzt. 

Das im Mittelalter geschriebene Latein war nicht mehr genau das der alten Römer. Deren klassische Sprache wurde im Mittelalter zu Mittellatein. Man merkt, die Schreiber sprachen eigentlich Deutsch. Und konstruierten ihre Texte in Mittellatein. Ähnlich wie the yellow from the egg.

Ein Nachmittag - unserer Vogteier Heimat gewidmet: schön, lehrreich und lustig bei Kaffee und Kuchen

Der Oberdorlaer Heimat- und Trachtenverein eröffnete den Heimatnachmittag.
Der Oberdorlaer Heimat- und Trachtenverein eröffnete den Heimatnachmittag.

Zu einem Heimatnachmittag trafen sich drei Vogteier Senioren-Gruppen am Nachmittag des 16. März 2024 im Schenksaal von Niederdorla. Der Saal war voll besetzt. Dabei waren die Landsenioren, der VDK und die Volkssolidarität. Der VDK ist ein Sozialverband, der sich auch für Senioren einsetzt.

Durch das Programm führten Gisela Keyser (VdK) und Gabi Fett (Volkssolidarität). Karin Liebetrau, die stellvertretende Vorsitzende der Landsenioren, hat auch mit vorbereitet, war aber leider verhindert. Die Vorsitzende der Landsenioren Ingrid Laun war anwesend.

Der Vogteier Kirmes-Sonntag und Montag vor 166 Jahren

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" die Vogtei beschrieben. Neben der Geographie und Geschichte und der drei Dörfer beschreibt der unbekannte Autor fünf besondere Feiertage in der Vogtei: Karfreitag, Pfingstsonntag, Kirmessonntag und -montag. Der fünfte Tag ist ein Wochentag im Winter.

Vogteier feiern 2024 die 750. Vogteier Kirmes

In einer Urkunde von 1274 wurde die Vogteier Kirmes zum ersten Mal erwähnt.
In einer Urkunde von 1274 wurde die Vogteier Kirmes zum ersten Mal erwähnt.

In einer Urkunde von 1274 wurde die Vogteier Kirmes zum ersten Mal erwähnt.

Im Jahr 2024 wird also die 750. Vogteier Kirmes gefeiert. Wie immer am Sonntag nach dem kirchlichen Feiertag "Kreuzerhöhung". Die Kreuzerhöhung wird immer am 14. September als Gedenktag gefeiert.