Pfingsten in der Vogtei vor 168 Jahren

Abbildung aus der Zeitschrift Gartenlaube, Heft 25, von 1857
Abbildung aus der Zeitschrift Gartenlaube, Heft 25, von 1857

Vor 168 Jahren berichtete die Zeitschrift Gartenlaube über die Vogtei und die Vogteier. Die alten Bräuche der Vogteier wurden anhand von fünf wichtigen Tagen im Jahr beschrieben. Dazu gehörte auch der Pfingsttag. So lesen wir in der Gartenlaube, Heft 25, von 1857:

"Der zweite Tag ist der erste Pfingstfeiertag. Wie anders sieht es da in dem Dorfe aus! Der blaue Frühjahrshimmel hat die Bewohner auf die Straße gelockt, und läßt sie sich singend und lärmend ergehen, gleich als wenn der heitere Himmel, die reinere Luft, das zu neuem Leben hervorsprießende Grün des Waldes und der Flur auch in ihnen neues fröhliches Leben erzeugt hätte. Alles, was eine Kehle hat, jubelt und lacht, Freude malt sich auf jedem Gesicht. Unter das Schreien und Rufen mischt sich Pferdegetrampel und gelles Pfeifen. Plötzlich ist Alles ruhig, nur eine Pfeifstimme ist hörbar und im Nu ist wieder ein Gelächter und Geschrei. Was gibt es denn? fragen wir erstaunt.

„Es wärd der grüne Laubmann eingeführt,“ antwortet uns jede Persönlichkeit, „kennt er das noch nöcht? Das es schienne, da muß er einmal dablieben, h’er wärd gleich kümmen (kommen).“

Der Troß kommt näher, auf aufgeputzten Pferden paradiren die Burschen in ihrem Sonntagsstaat, zwei von ihnen führen an einem Faden eine ganz in Laub eingemummelte Gestalt, gleichfalls zu Pferde, die durch die Zweige hindurch immerwährend pfeifen muß. Vor jedem Haus halten sie an, der Skandal legt sich, das [343] verlassene einzelne Pfeifen ertönt, ihm folgt die Frage: „Kennt Ihr den Schößmaier oder auch Laubmann, so sagt seinen Namen.“ Niemand kennt ihn und muß seine Unwissenheit mit einer kleinen Geldspende bezahlen und bekommt dafür nur ein Gelächter und Geschrei der Hölle zu hören. Auf diese Weise geht es durch das ganze Dorf und dann nach beendigtem Ritte auf den Anger zur Enthüllung der theuern Persönlichkeit. Das erhaltene Geld wird zu einem Gelag verwendet, dem öfters Angertanz folgt.

Welchen Sinn kann man dieser Sitte beilegen? Ist sie nur eine Huldigung dem Frühjahr, der beginnenden Neu- und Arbeitszeit des Ackermannes, oder soll sie den Anfang zum fröhlichen Leben im Freien bilden, oder hängt es mit dem früheren Rechte der Vogteier zusammen, daß sie von diesem Tage ab in das Holz fahren durften? Das erstere scheint mir insofern das Wahrscheinlichste, als ein alter Bauer mir erzählte, daß in früherer Zeit eine zweite Persönlichkeit, in dürres Holz gepackt, mit herumgeführt worden sei, dessen Hülle zu einem Freudenfeuer und Opfer für das Gedeihen der Frucht verbrannt, während die Hülle des Anderen aus Schößlingen (davon der Name) bestehend, von den Burschen in die Erde gesteckt worden sei, um zu grünen und zu wachsen. Jedenfalls ein sinniger Naturcultus, wiewohl ich keiner Bestätigung von anderer Seite habhaft werden konnte."

Der Niederdorlaer Fasching 2024 Teil 1 von 2

Achtung: Der Artikel verrät mehrere Geheimnisse

Das närrische Treiben 2024 in Niederdorla regierten Prinz Lukas I. Götz und Prinzessin Michelle I. Eichler Das Narrenvolk sind der Niederdorlaer Carneval Club, der NCC, und das Publikum im Schenksaal. Prinz Lukas I. kam extra aus Tirol zurück in sein Heimatdorf.

“Und geht die Welt auch unter, wir treiben´s bunter” galt als Motto für die gewohnten fünf Festveranstaltungen plus Kinderfasching an zwei Wochenenden. Die neuen Wirtsleute und ihre Helfer meisterten ihren ersten Fasching. 

Triathlon andersrum oder die Erinnerung an Kurt Cobain

Foto: Schnellste Frauen beim Triathlon andersrum 2018. 
In der Vogtei lebt die Erinnerung an Kurt Cobain, der vor 30 Jahren freiwillig heim ging zu Elvis 

2018 startete zum 8. Vogteier Triathlon andersrum das Frauen-Team “Smells like team spirit” nach dem Nirvana-Song des Sängers Kurt Cobain.

Hier Auszüge aus dem Bericht der Vogteizeitung zum Ereignis:

"Bei den Frauen siegte Team “Smells like team spirit” mit 1.22.33 Stunden. Hier schwamm die jüngste Teilnehmerin mit elf Jahren im See am Opfermoor. (...)

Die jüngste Teilnehmerin war mit elf Jahren Halveig Carius aus Oberdorla. Sie schwamm für das schnellste Frauen-Team. Die Radfahrerin war ihre Mutter Colette Carius. (...)

Linda Weiß aus Oberdorla startete als Läuferin für das schnellste Frauen-Team zum 8. Triathlon andersrum. Linda war zum ersten Mal dabei. “Die Atmosphäre war mega cool”, meint sie und ist stolz, dass ein Dorf “sowas auf die Beine stellt”. Sie war freudig erstaunt, weil so viele Teams von außerhalb kamen. “Nächstes Jahr komme ich wieder”, verspricht die Vogteierin aus Oberdorla. (...)

Der Name des schnellsten Frauen-Teams “Smells like team spirit” kommt vom berühmten Nirvana-Song, der so ähnlich heißt. (...)"

_Vogteizeitung 2018 und 2024

Fasching 24 in Niederdorla, Teil 2 von 2

 Achtung: Der Artikel verrät weitere Geheimnisse

Zum Rentnerfasching und zum Kinderfasching hatten Anton Stollberg und Lennard „Lenny“ Apel ihre erste Bütt als Jungs, die lieber angeln gehen als die Schulbank zu drücken. Konnten im Publikum alle jungen und alten Jungs nachvollziehen. Tom Sawyer und Huck Finn lassen grüßen. Nun auch aus Niederdorla.

Gleich nach der Grünen Garde hatten Lukas Götz und Luis Klemm ihre Bütt als Klimakleber und Bauer. Die letzte Generation klebte am Mittelpunkt-Stein. Bauer und Publikum fanden das sehr närrisch.
 

Karfreitag in der Vogtei vor 167 Jahren

Die Zeitschrift Gartenlaube berichtet im Jahr 1857 über die Vogtei.
Abbildung in der Zeitschrift Gartenlaube 1857 zum Artikel über Vogtei und Vogteier. 

Zuerst beschreibt der Autor generell die Vogtei Mitte des 19. Jahrhunderts. Dann erzählt er von der Geschichte der Vogtei. Schließlich schildert der Autor das Geschehen am Karfreitag als wichtigen Tag im Vogteier Jahreslauf. Der Karfreitag war damals der höchste evangelische Feiertag. Nun das Zitat aus der Zeitschrift Gartenlaube von 1857:

Ein Nachmittag - unserer Vogteier Heimat gewidmet: schön, lehrreich und lustig bei Kaffee und Kuchen

Der Oberdorlaer Heimat- und Trachtenverein eröffnete den Heimatnachmittag.
Der Oberdorlaer Heimat- und Trachtenverein eröffnete den Heimatnachmittag.

Zu einem Heimatnachmittag trafen sich drei Vogteier Senioren-Gruppen am Nachmittag des 16. März 2024 im Schenksaal von Niederdorla. Der Saal war voll besetzt. Dabei waren die Landsenioren, der VDK und die Volkssolidarität. Der VDK ist ein Sozialverband, der sich auch für Senioren einsetzt.

Durch das Programm führten Gisela Keyser (VdK) und Gabi Fett (Volkssolidarität). Karin Liebetrau, die stellvertretende Vorsitzende der Landsenioren, hat auch mit vorbereitet, war aber leider verhindert. Die Vorsitzende der Landsenioren Ingrid Laun war anwesend.

Bürgermeisterkandidat Christian Hecht stellt sich vor

Das Bild wurde von Christian Hecht zur Verfügung gestellt.
Das Bild wurde von Christian Hecht zur Verfügung gestellt.

Ich, Christian Hecht, bin am 28.07.1979 in Mühlhausen geboren. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in der Vogtei. Nach meiner Mittleren Reifen und 7 Jahren Berufserfahrung als Landwirt, absolvierte ich meine Fachhochschulreife und durch lief das Studium zum Dipl. Ing. Agrar (FH) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und später dann als freiberuflicher Mitarbeiter, war ich in der Russischen Föderation und in Staaten der ehemaligen GUS, als Berater in landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort. Im Jahr 2013 sah ich die Chance in der Vogtei etwas mit zu gestalten und übernahm im Pachtverhältnis das Haus Vogtei. Auf dieser Basis konnte ich den elterlichen, landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb weiterführen.

Warum möchte ich mich als Bürgermeister  bewerben?

Mit der Wahl zum Bürgermeister 2019 ist sehr viel Gewissheit in mein Leben getreten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Nach langem Ringen mit der Arbeit in der Verwaltung habe ich einen Weg gefunden, der mir, der Vogtei und vor allem meiner Familie wenig Abrieb bereitet. Mit dem Zugewinn an Wissen und den Aufbau von Netzwerken ist die Arbeit auch unter Belastung zu bewältigen und abwechslungsreich. Mein erneutes Kandidieren rührt aus der Pflicht die ich als Amtsinhaber habe, aber auch dass ich mitlernen durfte und ich dies als Investition der Vogtei in die Zukunft der Vogtei sehe. Vielleicht können wir auch von ein wenig „ es macht mir Spaß“ reden. Dankbar und Stolz blicke ich auf diesen Lebensabschnitt zurück und bin froh darüber, einen kleinen Teil zur Weiterentwicklung unserer Gemeinde und der Region beigetragen zu haben. Ich bin der Meinung, dass wir gemeinsam viel erreicht haben worauf wir stolz sein können. Weiteres haben wir bereits angeschoben oder es ist noch anzupacken. Ich bedanke mich daher für die Unterstützung durch alle Mitstreiter, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partner, Kollegen und Freunde sowie aus vollem Herzen bei meiner Familie, besonders bei Kristin und unseren Kindern.

Unvergessen bleiben die Menschen, die mich einen Stück dieses Weges begleitet haben und die heute nicht mehr unter uns sind. Die Aussicht in die Zukunft ist selbst mit einer Glaskugel verfälschend, denn wir gestalten unsere Zukunft nur selbst als Vogtei und nur gemeinsam. In der nächsten Zeit werden uns einige Aufgaben noch auferlegt werden, diese können wir nur mit Sachverstand und ohne subjektives Empfinden lösen. Unserer Landgemeinde gehören 4209 Bürger an und die gilt es zu vertreten, zum Wohl aller und so korrekt wie möglich.

Wie soll die Gemeinde Vogtei in zehn Jahren aussehen?

In 10 Jahren haben wir die 760igste Kirmes gefeiert, wir haben unseren Gürtel weiterhin fest in der Hand und müssen uns konzentrieren, dass wir die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten. In 10 Jahren haben wir den Leerstand in den Ortslagen verringert und/oder bereinigt um Platz für einen neu Anfang zu gewährleisten. Wir begünstigen den Zuzug und gestalten Wohnbaufläche. In 10 Jahren haben wir unsere Schuldstandorte mit dem Landratsamt Unstrut-Hainich gefestigt und mit Willen der Eltern und der Lehrer eine Gemeinschaftsschule geschaffen. Um die kleinsten in unserer Gesellschaft nicht zu vergessen ist es anzustreben den Erhalt der KiGa´s in allen drei Ortschaften zu festigen, aber nicht unter dem Motto „lass kosten was wolle“.

Stand 31. Januar 2025

Bürgermeisterkandidat Thomas Golebniak stellt sich vor

Foto ist von Thomas Golebniak für diesen Artikel bereitgestellt worden.
Foto ist von Thomas Golebniak für diesen Artikel bereitgestellt worden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Vogteigemeinden,

Mein Name ist Thomas Golebniak, und ich habe das große Glück, am 7. September 1964 in der Vogtei geboren zu sein. Der Spitzname „Vogteier“ war für mich stets ein Lob, selbst wenn man dabei den einen oder anderen Vogteier-Witz mit einem Lächeln standhalten musste. Aber Standhaftigkeit gehört schließlich zu unseren ältesten Tugenden.

Mein Lebensweg in aller Kürze: Ich wuchs in einem fürsorglichen Elternhaus auf, besuchte den evangelischen Kindergarten und die POS Dorla, war Konfirmand und Rechnungsbursche, habe am Vereinsleben teilgenommen, geheiratet und bin stolzer Teil einer glücklichen Familie. Nach meinem Studium zum Diplom-Bauingenieur war ich über 20 Jahre freiberuflich tätig. Seit 2013 arbeite ich im Bauamt unserer Gemeinde und setze mich mit den verfügbaren Mitteln dafür ein, möglichst viel für alle unsere Dörfer zu bewegen. Natürlich bleibt noch viel zu tun. Aber wir haben gemeinsam bereits sehr viel erreicht – man muss es nur sehen wollen. Unsere Vogtei hat allen Grund, stolz auf sich, seine Traditionen und seine Menschen zu sein.

Als Planer und Projektleiter habe ich gelernt: Es gibt keine unlösbaren Probleme – nur Herausforderungen, die es im Team zu meistern gilt.
Eigenschaften wie Berechenbarkeit, Kommunikationsstärke und Zielstrebigkeit sind dabei entscheidend. Die Zusammenarbeit mit Menschen, ob im Beruf oder im Sport, hat mich geprägt und motiviert mich, neue Herausforderungen anzugehen.
Mir sind Bürgernähe, Ehrlichkeit und Transparenz besonders wichtig. Es ist Zeit, dass wir den Dialog verstärken und gemeinsame Lösungen für die anstehenden Aufgaben erarbeiten.

Hauptthemen und Ziele:
  • attraktive Vogtei für alle Generationen, jung und alt  
  • ortschaftsübergreifendes Denken und Handeln
  • Sicherung der medizinischen Grundversorgung
  • modern ausgerüstete Feuerwehren
  • Kindergärten, Schulen
  • Unterstützung von Vereinen und dem Ehrenamt
  • engere Zusammenarbeit mit unseren Kirchengemeinden
  • moderaten Zuzug fördern, Leerstand verringern
  • Vogtei und Natur als traditionelle Einheit, „Vogteier Kulturlandschaft“
  • Erhalt und Unterstützung unserer Traditionen (Rechnung, Kinderfest)
  • Vogteier Rechnung als immaterielles Kulturerbe
  • Fortschritt und Digitalisierung in der Verwaltung
  • Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien- Energiegenossenschaft Vogtei?
  • Unterstützung Handwerk und Gewerbe

Diese Begriffe brauchen Substanz – und müssen nach den Wahlen Inhalte bekommen.

Vieles ist unabhängig von der überall angespannten finanziellen Lage möglich und muss einfach nur gewollt und gelebt werden.

Mein Ziel ist es, die Vogtei als Gemeinschaft mit Augenmaß weiterzuentwickeln, ohne dabei unsere Traditionen und Werte zu verlieren. 

Wenn zufriedene Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkel in vielen Jahren aus unseren Kindergärten und gut ausgestatteten Schulen abholen und sie sich glücklich und sicher auf den Angern und den Spielplätzen tummeln, dann wissen wir, wir haben alles richtig gemacht.

Das ist meine Vision. Dafür will ich Verantwortung übernehmen, dafür stehe ich und werde ich mich einsetzen – mit aller Kraft, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. 

Reden allein reicht nicht, wir müssen anpacken, alle zusammen.

Ich bin bereit – und hoffe auf (Ihr) euer Vertrauen.

Natürlich stehe ich gerne auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen

Thomas Golebniak

Stand: 31. Januar 2025