750 Jahre Ersterwähnung der Vogteier Kirmes - Die Rechnungsgesellschaften der Vogtei sagen DANKE

Akteure zum Heimatabend am 13.September. Foto: Rolf Bachmann, Niederdorla.
Akteure zum Heimatabend am 13.September. Foto: Rolf Bachmann, Niederdorla.

(Mindestens) 750 Jahre Kirmes in unserer geliebten Vogtei - das wurde am Freitag, den 13. September 2024 auf dem Gelände vom Möbelhaus Jaeger in Oberdorla gefeiert. Das Datum versprach zunächst wenig Gutes. Doch auch die etwas Abergläubischen unter uns konnten letztendlich beruhigt werden. Wir möchten nun noch einmal gemeinsam auf diesen wunderschönen und erinnerungswürdigen Abend zurückblicken und Dankeschön sagen! 

Vom Wacken Open Air nach Niederdorla zum Liederabend

Der Niederdorlaer Gesangverein lud zum 21. Liederabend. Foto: Michael Zeng
Der Niederdorlaer Gesangverein lud zum 21. Liederabend. Foto: Michael Zeng

Zum 21. Liederabend lud der Niederdorlaer Gesangverein am 2. November ein in den Dorfkrug/Schenke. Der Liederabend ist der Hauptauftritt des Niederdorlaer Chors im Jahr. Musikalische Gäste waren der Männergesangverein aus Flarchheim und das Duo Pampatut. Das ist eine Ausgründung der Band Pampatutti, die schon beim Wacken Open Air gespielt hat. Dort kommen 85.000 Leute und feiern Heavy Metal. Aber auch der Vogteier Schenksaal war voll besetzt. Viola Koppe dirigierte mit gewohnter Leidenschaft. Durch das Programm der Niederdorlaer führte Elke Bergt. Wichtig war allen Akteuren auf der Bühne, Vielfalt zu zeigen und das Publikum einzubinden. So wurden auch die Menschen vor der Bühne zu Akteuren. Dadurch gewinnen alle.

Nachlese zum 13. NCC-Sommertheater Teil 2 von 2 Das Bekenntnis des Autors

Zum 13. Mal spielte der Niederdorlaer Carneval Club (NCC) sein Sommertheater vom 16. bis 18. August auf dem Anger des Vogteidorfes. Der Autor Erich Koch nannte sein Stück “Liebe geht schmerzhafte Wege”. Hier nun der zweite Teil des Berichtes.

Das Gastro-Team des 13. Vogteier Sommertheater am Freitag. Foto: Michael Zeng
Das Gastro-Team des 13. Vogteier Sommertheater am Freitag. Foto: Michael Zeng

Nachlese zum 13. NCC-Sommertheater Teil 1 von 2: Lachen über betrogene Betrüger

Zum 13. Mal spielte der Niederdorlaer Carneval Club (NCC) sein Sommertheater vom 16. bis 18. August auf dem Anger des Vogteidorfes. Der Autor Erich Koch nannte sein Stück “Liebe geht schmerzhafte Wege”.

Was ist Heimat?

Die Rechnungsgesellschaft kehrt heim von der Hammelfahrt. Die Musiker, die mit dabei waren, bringen ein Ständchen. Foto: MiZe
Die Rechnungsgesellschaft kehrt heim von der Hammelfahrt. Die Musiker, die mit dabei waren, bringen ein Ständchen. Foto: MiZe


HEIMAT: Mit "dem ganzen Dorf" auf dem Platz hinter der Schenke warten, bis die Rechnungsgesellschaft Niederdorla e.V. von der Hammelfahrt zurück kommt. Die Musiker, die mitgefahren sind, geben ein Ständchen.

Seit Menschengedenken feiert die Jugend Pfingsten und Kirmes auf gemeinsame Rechnung. Die Rechnungsgesellschaften von Langula, Niederdorla und Oberdorla besuchen auf Kutschen alle Kneipen der Vogtei und bringen Ständchen vor den Häusern ihnen wichtiger Menschen. Auch in Gedenken.

Durlo

Das Wort im Bild heißt DURLOUM und steht in der Urkunde von 1274 über die Ersterwähnung der Vogteier Kirmes. 

Durlo[um] - so wurde Dorla geschrieben vor 750 Jahren. Das "um" ist eine grammatikalische Endung. Die Endung "-um" wurde hier abgekürzt, der Strich über dem Ende des Wortes ist das Zeichen für die Kürzung.

Langula und Niederdorla gab es natürlich auch schon.

Es gab für alle drei Dörfer nur eine Kirche, deren Weihe-Jubiläum gefeiert wurde. Das jährliche Jubiläum der Kirchweihe heißt Kirmes. Es war die Kirche des Stiftes in Oberdorla.

Ein Stift ist eine Art Kloster. Statt Mönche lebten Chorherren in der Anlage. Sie sahen aus wie Mönche. Chorherren konnten das Stift verlassen, Mönche ihr Kloster nicht.

In der "Kirmes-Urkunde" von 1274 ist Dorla erwähnt, weil das Stift dort stand. Damals hieß es DurlO. Man erkennt deutlich das U und das O.

Der Name des Dorfes wurde in Latein geschrieben, also latinisiert. Latein war die Sprache der kirchlichen Verwaltung. Schreiben war damals anstrengend, auch weil die Hand nicht aufgestützt wurde. Das war extrem körperlich anstrengend. Deshalb wurden viele Wörter abgekürzt. 

Das im Mittelalter geschriebene Latein war nicht mehr genau das der alten Römer. Deren klassische Sprache wurde im Mittelalter zu Mittellatein. Man merkt, die Schreiber sprachen eigentlich Deutsch. Und konstruierten ihre Texte in Mittellatein. Ähnlich wie the yellow from the egg.

Niederdorlaer Festschrift an Deutsche Nationalbibliothek Leipzig übergeben

Die Deutsche Nationalbibliothek am Standort in Leipzig ist die zentrale Archivbibliothek für alle Medienwerke in deutscher Sprache aus dem In- und Ausland und das nationalbibliografische Zentrum Deutschlands.

Sie erfüllt die Aufgaben einer Nationalbibliothek ab dem Erscheinungsjahr 1913. Ihre vordringlichste Aufgabe ist zu sammeln, zu verzeichnen und die Medienwerke der Öffentlichkeit zur freien Verfügung zu stellen. Sie ist die größte Bibliothek der Bundesrepublik Deutschland und im deutschen Sprachraum sowie eine der größten Bibliotheken der Welt.

Der Bestand zählte 2020 ca. 20 Millionen Medieneinheiten am Standort Leipzig.

Jährlich kommen circa 4 km Regalwände dazu. Die Büchertürme und das ganze Areal sind ständig in Erweiterungsbauten begriffen.

Sie ist offen für den Verleih von Büchern; allerdings müssen die Bücher im Gebäude verbleiben. Die interessierte Leserin kann sich für die Lektüre in einen der verschiedenen Lesesäle zurückziehen.

Seit dem 08. März 2024 kann man nun unter dem Suchwort = Niederdorla= nicht nur verschiedenes Kartenmaterial finden, sondern auch die Festschrift unserer 800-Jahr-Feier aus dem Jahr 2023.

Durch den persönlichen Kontakt zwischen der ortsansässigen Annegret Töpp und dem Mitarbeiter der Nationalbibliothek Hartmut Krüger, der seit 36 Jahren in der DNB tätig ist,  konnte die Festschrift in doppelter Ausführung übergeben werden.

Töpp und Krüger sind sich seit ihrer gemeinsamen Lehrzeit Im Volksgut Klein Aga freundschaftlich verbunden. Über diese Verbindung hat die Festschrift nicht nur ihren Weg nach Leipzig gefunden, sondern ein weiteres Exemplar wird von dort an den Standort Frankfurt am Main weiter geleitet.

Ein wunderbarer Gedanke, dass nun ein Stück Geschichte Niederdorlas für die ganze Welt zugänglich ist.

Vielleicht findet ja der ein oder andere Mensch in der Zukunft Interesse am geografischen Mittelpunkt Deutschlands, seiner Entstehung und Historie, sowie am Leben der Menschen aus der Gemeinde Niederdorla samt ihren Traditionen und Gebräuchen.

Annegret Töpp