Vogteizeitung.de
Hier lesen Sie Berichte zur Geschichte und Gegenwart der Vogtei vorm Hainichwald gen Osten
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Zwei Chöre und eine Band bieten dreimal Vielfalt
| Zum 22. Liederabend sind die Chöre aus Niederdorla und Kammerforst gemeinsam auf der Bühne in Niederdorla. |
Zum 22. Liederabend des Gesangvereins Niederdorla kamen wieder ein Gastchor und eine Band in den Saal des Dorfkrugs, der Schenke des Vogteidorfes. Eingeladen waren der Volkschor Kammerforst und das Duo “10Saitig”.
Zeitliche Dimensionen
Zur Geburt klirrten die Waffen
Die Ursprünge der heutigen Vogtei liegen in einer Fehde, einer bewaffneten Auseinandersetzung im 14. Jahrhundert.
Die Grafiken zeigen Ritter und Bewaffnete in Mitteleuropa um 1333. Die Grafiken erstellte ChatGPT aufgrund historischer Fakten und Funde. Bei der Erstürmung des Normannsteins werden einige Ritter und viele Bewaffnete beteiligt gewesen sein. So sahen die aus.
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| Ritter trugen um 1333 bereits hoch funktionale Helme mit Visier sowie Arm- und Beinpanzer. Allerdings spielte das Kettenhemd noch eine wichtige Rolle, um Nacken, Hals und Rumpf zu schützen. Der Rumpf wurde mit einem relativ großen Schild geschützt. Das wurde später immer kleiner und verschwand im späten Mittelalter, weil dann die Ritter vollständig beweglich gepanzert waren. Grafik: ChatGPT nach historischen Fakten. |
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| Bewaffnete trugen Speer, Schild und einen Helm ohne Visier. Wer es sich leisten konnte oder wem die Herrschaft das bezahlte, trug ein Kettenhemd. Ansonsten war der Körper geschützt durch dicke textile Polster. Mit einem Speer konnte man sich sogar gut gegen einen Kämpfer mit Schwert verteidigen, weil der Speer länger war als ein Schwert. Schwerter waren Statussymbole. Grafik: ChatGPT nach historischen Fakten. |
Wer kämpfte da gegen wen?
Im Jahr 1333 und nochmal 1336 wurde die Burg Normannstein in Treffurt gestürmt. Dort saßen die Herren von Treffurt. Die hatten als Raubritter ihre Nachbarn mehrfach überfallen. 1333 und 1336 schlossen sich die Landgrafschaften von Hessen, Thüringen und das Erzbistum Mainz zusammen und belagerten den Normannstein. Die Burg wurde erobert, die Herren von Treffurt entmachtet, vertrieben oder getötet.
Die Sieger verwalteten fortan gemeinsam das Erbe der Treffurter. Dazu gehörten auch Rechte der Treffurter in der Vogtei, die bis dahin allein zu Mainz gehört hatte. Graf Wigger hatte die drei Dörfer dem Mainzer Stift geschenkt. Die Gesamtheit von Langula, Niederdorla und Oberdorla hieß damals noch Mark Dorla. Eine Mark war ein Grenzgebiet in Richtung Slawen.
Durch das gemeinsame Verwalten des Erbes der Herren von Treffurt entstand die Dreiherrschaft über die Dörfer Langula, Niederdorla und Oberdorla durch Mainz, Sachsen und Hessen. Diese Herrschaft wurde Ganerbschaft Treffurt genannt. Die dauerte bis 1802/3. Da kam die Vogtei komplett zu Preußen und blieb bis 1945 preußisch.
Vogteier Geschmink, Rezept
Der 4. Vogteier Herbstmarkt oder wie man Gutes tut
Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß
Wann´s Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do frait sich Jung un Aalt.
Do waren schunt dn Tuag verrhar
de Buden uf gestaalt.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do äß bi uns was lu-es,
do gätts Musik dn ganzen Tuag,
gätt Lärm un Schtimmung blu-eß.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
do luadn me Giaste iin,
do wärd gebrebbelt un geschmort
vun Re-ind un Schoof un Schwiin.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
äß keins än grobes Tier,
do wärd gebillepert un gebiitscht,
Brantewien, Likör un Beer.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß
äß ufn Anger Taanz,
dn zweiten Tuag äß Haamelfuahrt,
de-i machts Vergnegn gaanz.
Wanns Kärmse äß, wanns Kärmse äß,
gäts mannchen ru-eten Kopf,
de Kärmsepräddjt, de-i sorjt drveer,
dann erwischt wärd mancher Tropf.
Text: Hermann Herwig, Melodie: Volksweise
abgeschrieben aus dem „Vogteier Liederbuch“.
Der 14. September 325 oder was die Vogteier Geschichte mit der Weltgeschichte verbindet
Der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung am 14. September hat in der Vogtei eine besondere Bedeutung.
Die älteste und größte Steinkirche der Vogtei wurde am 14. September 1274 geweiht. Der 14. September wurde gewählt, weil dieser Tag der kirchliche Feiertag Kreuzerhöhung ist.
Die heutige Oberdorlaer Kirche war vor 751 Jahren die einzige Kirche für die drei Dörfer Langula, Niederdorla und Oberdorla. Das Gotteshaus gehörte zum Oberdorlaer Stift. Ein Stift ist eine Art Kloster, aus der die Insassen wieder austreten können. Das Stift in Oberdorla war ein Stift für Männer. Die wurden Chorherren genannt. So konnten viele junge Vogteier in das Stift eintreten und nach einer Ausbildung wieder austreten.
Der Feiertag Kreuzerhöhung war ein stiller Feiertag mit vielen Ritualen. Deshalb konnte nicht am gleichen Tag Kirmes gefeiert werden. Der Kirmes-Sonntag ist ja der Jahrestag der Weihe der Kirche. Deshalb erhielten die Chorherren die bischöfliche Erlaubnis, am Sonntag nach Kreuzerhöhung Kirmes feiern zu dürfen.
Was bedeutet der Feiertag Kreuzerhöhung?
Der römische Kaiser Konstantin I. der Große war Kaiser von 306 bis 337 nach Christus. Unter ihm wurde das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Kaiser Konstantin ließ in Jerusalem über dem Grab Christi die Grabeskirche errichten. Die Mutter des Kaisers Konstantin hieß Helena.
Die Kaisermutter Helena sandte 325 eine Expedition nach Jerusalem, die das wahre Kreuz Christi suchte und fand. Das war möglich, weil die Kreuzigungen zur Zeit Jesu in einem schon damals ehemaligen Steinbruch erfolgten. Diese Stelle war auch zur Zeit von Kaisermutter Helena nicht bebaut. So wurde dort ein Kreuz ausgegraben, das durch verschiedene Zeichen und Wunder als das wahre Kreuz Christi erkannt wurde.
Das Kreuz wurde am 14. September 325 gefunden. Nach seinem Auffinden wurde jedes Jahr am 14. September das Kreuz in Jerusalem aufgestellt. Es wurde erhöht. Daher der Name Kreuzerhöhung. Das war quasi eine Massenveranstaltung, weil viele Pilger und Gläubige kamen, um das Kreuz zu sehen und den Augenblick der Erhöhung zu erleben.
Im Jahr 614 eroberten die Perser Jerusalem und nahmen das Kreuz mit in ihre Hauptstadt. Die Stadt Seleukeia-Ktesiphon befand sich in der Nähe des heutigen Bagdad.
Erst 630 kam das Kreuz wieder zurück nach Jerusalem. Der persische König war gestürzt worden und dessen christliche Tochter gab das Kreuz den Christen in Jerusalem zurück.
638 wurde Jerusalem von Muslimen erobert und das Kreuz verschwand von der Bildfläche.
1099 eroberten Kreuzfahrer Jerusalem und fanden das Kreuz in einer Kiste im Keller der Grabeskirche. Die Kreuzfahrer führten das Kreuz bei ihren Kriegszügen und Schlachten bei sich.
1187 verloren die Kreuzfahrer die Schlacht bei Hattin gegen die Muslime. Durch die verlorene Schlacht ging das christliche Königreich Jerusalem unter und die Kreuzfahrer mussten sich nach und nach aus dem Heiligen Land zurückziehen. Das Kreuz kam wieder in muslimische Hand.
In den Jahren bis 1204 gelangte das Kreuz in das christliche Konstantinopel. Das war die Stadt, die der oben erwähnte Kaiser Konstantin bauen ließ und die zur Hauptstadt des oströmischen Reiches wurde. Die Stadt trug den Namen ihres Erbauers. Das oströmische Kaiserreich wurde Byzanz genannt. Die Byzantiner kamen auf die Idee, das Kreuz Christi zu zerteilen in größere und winzige Teile.
1204 eroberten christliche Kreuzfahrer aus Westeuropa das christliche Kaiserreich Byzanz. Ein geplanter Kreuzzug ins Heilige Land ging schief und die Kreuzfahrer wurden nach Byzanz umgeleitet. In Konstantinopel fanden die Kreuzfahrer die Splitter des Heiligen Kreuzes. Diese nahmen die Kreuzfahrer mit nach Westeuropa, wo diese dann verteilt wurden. Größere Teile des Kreuzes blieben direkt in kirchlicher Hand, in Kirchen und Klöstern. So im Hildesheimer Dom und im Kloster Scheyen nahe München.
Der Feiertag Kreuzerhöhung verbindet Weltgeschichte mit Vogteier Geschichte. Die Vogtei ist das wert. Darauf können wir stolz sein.


